Bibelseminar zum Propheten Jesaja | Ev. Trinitatis-Kirchengemeinde Berlin-Charlottenburg
Montag, 2. November 2020, 19:00 - 20:00 Uhr

Behandelt werden in dem einstündigen Seminar die Kap. 1-12 dieses Prophetenbuches. Am 2. November 2020 lädt Pfr. Mag. theol. Ulrich Hutter-Wolandt um 19.00 Uhr zu einem Bibelseminar im Kleinen Gemeindesaal zum Propheten Jesaja ein. Behandelt werden in dem einstündigen Seminar die Kap. 1-12 dieses Prophetenbuches.

Jesaja stammte aus einer vornehmen Familie in Juda und genoss eine gute Ausbildung. Er war verheiratet und hatte mindestens zwei Söhne (Jesaja 7, 3 und 8, 3). Im Todesjahr von König Usia 740/739 v. Chr. wurde er zum Propheten berufen (Jesaja 6, 1), er wirkte zur Zeit der jüdischen Könige Ahas und Hiskia (Jesaja 36 - 39) bis zum Einfall der Assyrer unter Sanherib 701 v. Chr. und richtete im Südreich Juda seine sozialkritische und die Scheinheiligkeit des Kultes anprangernde Botschaft - deutlich an die Botschaft
des Amos im Nordreich anschließend - aus. In dieser Zeit verbündeten sich Syrien und das Nordreich Israel gegen Juda; Jesaja prophezeite die Niederlage dieser Gegner, aber auch das schnelle Vordringen der Großmacht Assyrien (Jesaja 7 - 8); tatsächlich drangen die Assyrer 732 nach Syrien und Israel vor; das Südreich Juda blieb verschont, aber König Ahas, der in Damaskus den assyrischen Großkönig aufsuchte, passte in der Folge den Kult den assyrischen Sitten an und toleriert auch wieder kanaanäische Gebräuche; Jesaja warnte vor dieser Bündnispolitik und kündigte an, dass als Zeichen eine junge Frau schwanger
ist und den Immanu-El, Gott ist mit uns, gebären wird (Jesaja 7, 1 - 16); diese Prophezeihung bezogen die Christen später auf Maria und Jesus Christus. 722 wurde das Nordreich vernichtet. Jesaja erhielt bei seiner Berufung zum Propheten (Jesaja 6, 9 - 13) einen doppelten Auftrag: er sollte die Verstockung des Volkes aufzeigen, ja herbeiführen. Darauf werde das Gericht folgen, bei dem nur ein kleiner Rest des Volkes übrigbleibe, mit dem Gott dann seine Heilsgeschichte zum Ziel führen kann (Jesaja 6, 13). Jesaja
wird so auch zum Propheten des erwarteten großen Heils: Dies wird besonders deutlich in den Büchern, die nicht mehr von Jesaja selbst, sondern von seinen Schülern stammen (Jesaja 40 - 55, entstanden in der Exilszeit; Jesaja 56 - 66, aus der Zeit nach dem babylonischen Exil). Christen erkennen in den Ankündigungen des kommenden Heils (Jesaja 40, 3 - 5) und in den Liedern vom leidenden Gottesknecht (z. B. Jesaja 52, 13 - 53, 12) Hinweise auf Jesus Christus; Jesaja wird deshalb auch der Evangelist des Alten
Bundes genannt. Jesaja starb um 687 v. Chr. in Jerusalem.

Mitwirkende
Ulrich Hutter-Wolandt
Ort Trinitatiskirche, Leibnizstraße 79, 10625 Berlin